Dekolonial Erinnern … für postkoloniale Ethik
Decolonial Memories … for postcolonial ethics

Über den Blog / about this blog

German Colonial Restitution Monitor
Podcast „Decolonial Memories“

Umbenennung von kolonial belasteten Straßen in Berlin-Dahlem

SPD will koloniale Verherrlichung durch Lans-, Iltis- und Takustraße beenden

Ulrike Haehn (14.01.2026)

Eine Arbeitsgruppe der SPD Dahlem will die Straßen mit kolonialen Namen in ihrer Nachbarschaft zum Thema machen. Seit 120 Jahren werden in der Nähe des U-Bahnhofs Dahlem-Dorf mit der Lans- und der Iltisstraße Verfechter und Wegbereiter des deutschen Kolonialismus in China gewürdigt.

Einheit kolonialer Verherrlichung

Gemeinsam mit der Takustraße bilden diese Straßen eine zusammengehörende Einheit kolonialer Verherrlichung in Dahlem. Die Lansstraße ist benannt nach Wilhelm von Lans, der als Korvettenkapitän 1899 mit dem Kanonenboot Iltis die deutsche Kolonie Kiautschou erreichte und während des
so genannten Boxeraufstands mit weiteren Schiffen der europäischen Kolonialmächte die chinesischen Truppen bei der Schlacht um die Taku-Forts besiegte. Lans erhielt für seine Verdienste bei der Besatzung den Orden
Pour Le Merite vom Deutschen Kaiser.

Deutsche Kolonialpolitik in China

Diese Vorgehensweise des Deutschen Reiches ist ein Beispiel für die deutsche Politik gegenüber China im 19. Jahrhundert zur Errichtung eines kolonialen „informal empire“. China blieb dabei eingeschränkt souverän und wurde verpflichtet („Kanonenbootdiplomatie“), u.a. durch militärische Interventionen, seine Märkte zu öffnen. Das Deutsche Reich handelte dabei gemeinsam mit anderen „Big Brothers“ (USA, Großbritannien, Japan, Frankreich, Italien, Russland).

Aktivitäten der SPD Dahlem

In einer Aktionswoche im September 2025 haben wir die Anwohner und Interessierte sowie die an den Straßen liegenden Universitätsinstitute und Museen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz eingeladen, sich über die Geschichte dieser drei Straßen und den aktuellen Stand der Umbenennung zu informieren: mit Plakaten, einer Veranstaltung, einem Rundgang und einem Flyer. Weitere Veranstaltungen in diesem Jahr sind geplant.

Kontakt:

Ulrike.antikolonial@gmx.de