Bericht von Dr. Patrick Helber über das kollaborative Projekt „Verflochtene Erinnerung(en)“
In dem beigefügten Text berichtet Dr. Patrick Helber über seine Erfahrungen mit dem Projekt „Verflochtene Erinnerung(en)“. Er ist Kurator für Bildung und Vermittlung für Das Kollaborative Museum am Ethnologischen Museum und Museum für Asiatische Kunst der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK).
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Podcast-Folge „Gegen die Gewohnheit“ mit dem Autor
Verflochtene Erinnerungen – Gegen die Gewohnheit | Podcast on Spotify
Ziele des Projekts
Im kollaborativen Projekt „Verflochtene Erinnerung(en)“ geht es seit 2023 um Programme der Bildung und Vermittlung, die dazu einladen, sich multiperspektivisch mit Erinnerungen an die Shoah und an Verbrechen des Kolonialismus auseinanderzusetzen. Ausgangspunkt des Projekts sind konkrete Orte, Biografien und Cultural Belongings (Kulturgüter), die als Quellen der Verflechtungsgeschichte dienen.
In Workshops und Führungen begeben sich Schüler*innen und Erwachsene auf die Suche nach Spuren der Geschichte. Konzipiert wurden die Formate durch ein interdisziplinäres Team unter Beteiligung von Assumpta Mugiraneza, Roey Zeevi, Tuli Mekondjo, Imani Tafari-Ama, Andrea Scholz, Alex Stolze, Kathrin Kollmeier, Caroline Assad, Christian Hajer, Marc Wrasse, Onias Landveld, Eliaou Balouka, Melika Ramic und Julian Keck.
Beispiele
Beispiele für solche Spuren können sichtbar, hörbar oder zuerst einmal für Besucher*innen unsichtbar sein. Sie finden sich in den Sammlungen und Ausstellungen oder auch im Humboldt Forum selbst, dem Ort und der rekonstruierten Architektur. Sie haben die Form sowohl von materiellen als auch von immateriellen Cultural Belongings, wie z. B. Wachswalzenaufnahmen auf Kinyarwanda oder auf Jiddisch aus dem frühen 20. Jahrhundert, oder auch von Geschichten, die hinter den Cultural Belongings stecken.
So wurde die Skulptur der kamerunischen Königinmutter Naya, die heute im 2. Stock im Ethnologischen Museum (Raum 216) im Humboldt Forum steht, bereits 1933 in einer nationalsozialistischen Propagandaschau für die Rückgewinnung von „Lebensraum“ in den ehemaligen Kolonien präsentiert. In die Sammlung des Museums für Völkerkunde kam sie durch Plünderungen des Kolonialoffiziers von Putlitz 1905.
Weitere Informationen
Die nächste Führung „Verflochtene Erinnerungen“ findet am 11.07.2026 um 16 Uhr im Humboldt Forum statt.
Ein Gespräch mit dem Autor in Radio3 (RBB) am 01.06.2026 ist hier zu finden.
